Für das Zinsniveau in Europa ist der Leitzins der Europäischen Zentralbank ausschlaggebend. Er wird anhand des Wirtschaftswachstums der Region sowie der vorherrschenden Inflation festgelegt und ist somit jederzeit veränderbar.
Aktuell befindet sich Europa in einer Phase niedriger Zinsen. Zwar wurde der Leitzins seit dem tiefsten Stand im Jahr 2005 bereits wieder mehrfach angehoben, im Vergleich der letzten 10 Jahre müssen Kreditnehmer aber noch immer nur geringe Zinsen bezahlen. Für eine Baufinanzierung mit 10jähriger  Zinsbindung berechnen die Banken heute selten mehr als 5% p.a., noch vor einigen Jahren waren hierfür bis zu 8% p.a. zu bezahlen.
Durch die Immobilienkrise in den USA sowie deren Auswirkungen auf die Bankenlandschaft musste die Fed, die amerikanische Notenbank, ihre Zinsen bereits stark reduzieren. Nur so war es möglich, den Kapitalmarkt weiter mit dem notwendigen Geld zu versorgen und eine Rezession in Amerika zu verhindern.
Auch in Europa wird daher, spätestens bis zum Sommer, mit einer Leitzinssenkung gerechnet. Kreditnehmer können hiervon profitieren, in dem sie variabel verzinsliche Darlehen aufnehmen, denn diese passen sich jederzeit dem Leitzins an. Bei einer Reduzierung werden sich also auch die Zinsen für den Kredit verringern, was zu einer niedrigeren monatlichen Rate bzw. zu Zinsersparnissen führen kann. Um steigenden Zinsen vorzubeugen, können solche Darlehen auch mit einer Zinsobergrenze, der so genannten Cap-Grenze, ausgestattet werden. Diese verhindert das Ansteigen des
Kreditzinses über diese Grenze hinaus, auch bei weiter steigenden Leitzinsen.